24.02.2010 | |||
Ein offener Brief an Margot KäßmannFrau Käßmann, was haben Sie sich da nur gedacht? Nun, gedacht haben sie sicherlich gar nicht, als Sie sich entschieden, vollkommen natternbreit durch die Gegend zu cruisen. Aber darüber will ich mich gar nicht aufregen. Herrgott, wir sind alle Menschen. Ich bin nicht frei von Fehlern, mein Nachbar ist nicht frei von Fehlern und wenn ich bedenke, was für abartige Triebe aus Kirchenämtern erwachsen können, sind Sie, Frau Käßmann, sogar noch ziemlich tragbar. Was mich aufregt ist die doppelte Dummheit, die dahinter steckt. Nicht nur das betrunkene Fahren, viel mehr die Tatsache, dass jetzt all die verstaubten, erzkonservativen Säcke im rechten Flügel der Kirche einen nachvollziehbaren Grund haben, gegen Sie zu sein. Natürlich hat sich jeder vernünftige Mensch amüsiert, als die weltfremden Greise versuchten, Sie wegen ihrer Scheidung zu kritisieren. Wir leben in aufgeklärten Zeiten, über dieses verzweifelte Klammern an alte Regeln, die der modernen Welt weder entsprechen, noch in ihr umzusetzen sind, kann man heute nur noch lachen. Genau so, wie die Tatsache, dass Sie eine Frau sind, ist ihre Scheidung kein gültiges Gegenargument mehr. Aber genau das sollten Sie eigentlich wissen. Sie, die als Reformerin gelten und den Staub von den alten Folianten der Kirche gepustet haben. Dank Ihnen sah der ganze Verein nicht mehr so aus, wie ein großes, Gift ausatmendes Monstrum, dass kleinen Kindern hinterher sabbert und heuchelt, wo es nur geht, sondern man war mehr oder weniger überzeugt, dass da an manchen Stellen auch Leute sitzen, die wirklich etwas bewegen wollen. Mut zu Neuerungen haben. Veränderung wollen. Und jetzt hat die konservative Brut ein wundervolles, fettes Argument, um Ihnen ans Bein zu pissen. Die müssen nicht mal mehr verschleiern, dass sie im Grunde nur die erste Frau in einer hohen Position loswerden wollen. Glückwunsch. Aber mal abgesehen davon: Warum liest man in den Zeitungen eigentlich nirgendwo sowas wie "Ich finde es unheimlich verantwortungslos von den Leuten, die mit ihr im Auto gesessen haben" oder "Eigentlich hätten die Mitfahrer sie überreden sollen, ein Taxi zu nehmen"? Da hat wohl ein gewisser Teil der Kirche bereits seine knotigen Finger mit im Spiel. In diesem Sinne: Prost! | |||
29.12.2009 | |||
Das Land der untergehenden Menschenrechte2009, das Jahr der juristischen Überraschungen. Wie wundervoll, dass endlich einmal auch der geistige Urheber eines "Ehrenmordes" verurteilt wird, nicht nur die Idioten, die ihn ausgeführt haben. Der Vater der ermordeten Türkin hielt ihren Lebensstil für zu westlich. Genial, oder? Reist in den Westen, nimmt seine Familie mit und bringt sie um, wenn sie sich so anpassen, dass sie eine Chance haben. Glückwunsch! Mal ehrlich, was soll so etwas? Ehrenmord? Was für eine perverse Wortkreation! Wie kann man an so Etwas festhalten, nach so vielen Jahrzehnten, die wir jetzt angeblich in Zivilisation leben? Und dieser selbstgerechte, verblendete Fanatiker wagt es auch noch, im Gerichtssaal zu heulen! Wie kommt er dazu? Muss man jetzt annehmen, dass er begriffen hat, dass er für den Tod seiner Tochter verantwortlich ist? Wohl kaum. Viel mehr darf davon ausgegangen werden, dass er die Justiz beweint, die ihn wegen solchen "Lappalien" hinter Schloss und Riegel bringt. Und noch etwas, das in seiner Wahnwitzigkeit eher lustig wäre, wenn es nicht so krank wäre. Ein Brite wird in China hingerichtet, obwohl er offensichtlich geisteskrank ist und für sein Handeln nicht verantwortlich gemacht werden kann. Aber interessiert das irgendwen in China? Dem Land, das jedes Jahr bis zu 7000 Gefängnisinsassen hinrichtet? Dem Land, das sich von der gesamten westlichen Welt den Arsch pudern lässt, weil ja der Handel mit technischem Spielzeug wichtiger ist als eventuelle Verstöße gegen die Genfer Konvention? Dem Land, das angebliche Genies wie Mao hervorgebracht hat, sexuell gestörte Größenwahnsinnige, die mit Vorliebe Intellektuellen-Genozid spielen und auch heute noch von von Linken in aller Welt angehimmelt werden? Natürlich interessiert das niemanden. Die britische Regierung verurteilt das Verhalten Chinas natürlich "aufs Schärfste". Wow. Ich seh schon, wie der Hingerichtete sich wieder aufrichtet, den Union Jack schwingend ausruft "Danke, eure scharfe Verurteilung hat mich wiederbelebt!" und glücklich bis ans Ende seiner Tage lebt. Also wirklich, aufs Schärfste verurteilen, ich bitte euch. Wenn ich sehe, wie jemand bei rot über die Straße geht, dann verurteile ich das aufs Schärfste. Wenn jemand klaut verurteile ich das aufs Schärfste. Wenn jedoch eine mit absoluten Spinnern besetzte Regierung einen Bürger meiner Nation hinrichtet und sich außerdem schlicht weigert, irgendetwas von dem anzuerkennen, was man an diplomatischen Möglichkeiten zur Verfügung hat, dann würde ich mir den verfluchten Regierungschef Chinas schnappen und ihm sein verdammtes, auf Menschenrechte spuckendes Maul stopfen. Herrgott! China sieht übrigens nicht, dass da irgendwo etwas schief gelaufen sein könnte. O-Ton der Außenministerin: "Niemand hat das Recht Chinas juristische Souveränität schlecht zu machen." Wirklich beeindruckend, dass die Kriterien für hohe Regierungsämter nach all der Zeit immer noch Intelligenz, Weltoffenheit und Toleranz zu sein scheinen. Ha ha. | |||
06.11.2009 | |||
Eine Runde Irakkrieg für jeden...Da ist mir ja mal etwas untergekommen: Militär-Psychiater richtet Blutbad auf seinem Stützpunkt mitten in den USA an! Hammer! Was kommt jetzt? Hatte er Killerspiele bei sich? Nein, Spaß beiseite, sowieso unangemessen. Was mich wundert, ist, dass es alle wundert. Gerade Psychiater werden doch täglich mit sämtlichem Seelenmüll zugeschissen, was machen die damit? Im Suff ertränken? Wohl kaum. Und Militär-Psychiater? Heimkehrerschicksale, Amputationen, seelische Abartigkeiten, da würde mir auch der Hut hochfliegen. Zum Tathergang: Major Nidal Malik Hasan (39) war vor kurzer Zeit erst auf den Stützpunkt Fort Hood, der größte Militärstützpunkt der USA, versetzt worden, nachdem er einige Jahre als Militär-Psychiater gedient hat. Seit dem 11.9. (man kanns ja nicht oft genug erwähnen) war er immer wieder Vorurteilen ausgesetzt gewesen und hatte, wie Familienangehörige berichten, schon immer Angst, auf einen Irakeinsatz geschickt zu werden. Augenscheinlich hatte er aber exakt diesen Einsatz vor sich, drei Wochen vorher begann er dann, wahllos auf Mitarbeiter zu schießen. Er wurde von einer Polizistin mit vier Schüssen niedergestreckt und liegt noch bewusstlos im Krankenhaus. Soviel zum Tathergang, jetzt kommen wir zu all den netten kleinen Kommentaren, die man immer so nebenher hört: Obama äußerte sich wie folgt: "Ein entsetzlicher Ausbruch der Gewalt" Hat er Recht, aber man fragt sich doch, was dann das ist, was die Amis im Irak veranstalten. Ringelpietz mit Abschlachten? Lustigerweise wird noch nach dem Motiv gesucht, was für den Normaldenkenden doch eigentlich klar sein dürfte: Der Mann wollte nicht in den Irak. Wen überrascht das? Wer will denn schon da hin? Krank genug, dass einige Eltern stolz sind, wenn sie ihr Kind in den sicheren Tod schicken, krank genug, dass einige wirklich freiwillig hin wollen. Hey, Deutschland ist mein Vaterland, wenn man so will, aber dafür sterben? Nein danke. Und überleben und verkrüppelt zurückkommen? Haben wir so viele Rollstuhlrampen? Und wehe, jemand versucht mir weißzumachen, dass man auch heil zurückkommen kann. Körperlich vielleicht, aber geistig bist du genau so gefickt, wie andere körperlich. Zeig mal nem Vietnam-Veteranen Ketchup auf deiner Hand, dann sehen wir weiter. Sehr interessant auch, wieviele braune Dumpfbacken sich in allerhand Foren zu Wort melden mit geisreichem Geschwafel wie "Jeder Hasan ist ein Amokläufer" oder "Der Psycho hat leider nicht genug erwischt". Sollten die nicht eigentlich jetzt, wo ihre Geldquelle verreckt ist, draußen rumlaufen und Pfandflaschen sammeln? Und die Moral von der Geschicht: Nur wer überlebt, kommt vor's Kriegsgericht. Wie gerne würde ich wieder über blöde Fernsehsendungen schreiben... | |||
22.10.2009 | |||
Perlen vor die SäueIch weiß im Grunde gar nicht, warum ich alles was folgt schreibe. Es ist eine dieser leidigen Diskussionen, die schon per Definition fruchtlos sind. Es geht, beginnend mit einer kleinen Anekdote über ein wahnsinnig witziges Gerichtsurteil, um die Religion, den Glauben im Allgemeinen. Beginnen wir mit der Anekdote: Eine islamistische Frau wollte sich aufgrund häuslicher Gewalt von ihrem Mann scheiden lassen. Die zuständige Richterin wälzte den Islam (was ja für sich stehend äußerst lobenswert ist), kam jedoch zu einer Textstelle, die dem Mann erlaubt, seine Frau zu schlagen. Dementsprechend fällte sie ein Urteil – der Mann darf seine Frau weiterhin vermöbeln, sie darf deshalb die Scheidung nicht einreichen.
Prost Mahlzeit kann ich da nur sagen. Lustigerweise ging ein Aufschrei durch die Lande und Stimmen wurden laut, welche die üblichen Phrasen („Das kann ja wohl nicht angehen!“, „Wo kommen wir denn da hin!“) anfingen zu dreschen. Na klar, wo der deutsche Spießbürger seine Frau daheim ganz inoffiziell zusammenschlägt, ereifert er sich logischerweise offiziell um so mehr, wenn publik wird, dass es tatsächlich Fälle von häuslicher Gewalt gibt, die nicht bestraft werden. Die Richterin übrigens gab noch von sich, dass ihr die Tragweite ihrer Entscheidung gar nicht so sehr bewusst war. Schon beeindruckend, welch geistige Dickhäuter ein Richteramt bekleiden können…
Nun weiter im Text. Bevor ich hier Kommentare lesen muss, die den Islam diffamieren eine kleine Erinnerung: In der ach so tollen Bibel, dem „Buch der Bücher“, kommen die Frauen auch nicht so arg gut davon. Zumal so dumpfe Doktrinen wie „Kein Sex vor der Ehe“ eh jeder menschlichen Natur widersprechen. Es sei denn man wird von den fanatisch-gläubigen Eltern bereits mit 12 Jahren verheiratet, aber ob das jetzt der bessere Weg ist, bleibt mal dahingestellt. Aber hey, die Bibel hat natürlich Vorzüge. Da werden die Frauen nicht geschlagen, sondern nur aus männlichen Rippen erschaffen. Oder als minderwertige Menschen angesehen. Als Hülle für das Böse, da Sex ja schlimm ist. Wenn die Frau aber die Hülle des Bösen ist und Sex generell eine Sünde, weil in der Vagina der Satan haust, was haben dann all die Kirchenschwengel gegen Homosexuelle? Wäre das nicht der richtige Weg? Wäre es das erste Mal, dass sich die Bibel widerspricht? „Ist der Papst katholisch? – Nein, Bayer.“
Aber ist es denn überhaupt sinnvoll, mehrere Religionen in dieser Welt zu haben? Wenn es da irgendwo etwas gibt, dass man tatsächlich als „Gott“ bezeichnen könnte, oder „Allah“, „Buddha“ oder ähnliches, wäre es für Menschen dann nicht unbegreifbar in seiner Vollkommenheit? Und lägen ihm Dinge wie Intoleranz gegenüber Andersgläubigen nicht fern? Wie lassen sich die Kreuzzüge mit dem Spruch „Liebe deinen Nächsten“ vereinbaren? Doch nur, indem man anerkennt, dass es nicht „Gottes Wille“ ist, sondern der zutiefst menschliche Zug der Gier. Andere, „falsche“ Götter werden ja gerne als „Götzen auf tönernen Füßen“ beschrieben, zumindest in der Bibel. Aber wenn Gott alles ist, ist er folglich auch der Ton, auf dem diese Götzen stehen. Er lebt auch in jedem Andersgläubigen. Also richtet sich das Christentum doch schon selber zugrunde, besser gesagt ihren Gott, denn jeder Schlag gegen andere Religionen lässt sie ihre eigenen Grundsätze brechen. Und noch etwas: Jesus, der barmherzige Heiland des Christentums ist angeblich für sein Volk gestorben, qualvoll und gedemütigt am Kreuz. Doch statt ihm in der Blüte seiner Jahre, kraftvoll und von einem inneren Strahlen der Glückseligkeit erfüllt, zu gedenken hängt man ihn leidend und blutend, kurz vor dem Tode, mitsamt des Folterinstruments in jedes Gotteshaus. Sagt das nicht schon einiges über das Christentum aus?
Um was man sich kümmern sollte, ist nicht die Religion, die von derlei Instanzen wie der Kirche korrumpiert wird, sondern der Glaube an sich. Für viele arme Menschen auf dieser Welt ist der Glaube oftmals das Einzige was sie haben. Ohne ihren Glauben wären sie längst tot, doch er gibt ihnen die Kraft jeden Tag zu überstehen und, eventuell, auch noch dankbar dafür zu sein, ganz egal, wie schwer sie es haben. Diese Leute sind die wahren Gläubigen. Nicht wie der normale Deutsche, der sich hat taufen lassen, weil es sich so gehört, oder jeden Sonntag in die Kirche geht, damit andere ihn dort sehen können. Dieser Menschenschlag ist das, was ich als den „Discount-Religiösen“ bezeichne. Der Glaube an sich ist eine gute Sache. Er gibt den Leuten Kraft und Hoffnung, sie fühlen sich durch ihn nicht allein, auch wenn sie es sind. Durch ihren Glauben ist immer jemand da, dem sie sich anvertrauen können. Klar, es wird in einem Monolog enden, aber wenn man mit einem Menschen über seine Probleme redet, ist man doch auch einfach schon froh darüber, dass er lediglich zuhört, oder?
Nicht gut ist jedoch, was die Kirche, oder die Prediger im nahen Osten mit dem Glauben machen. Sobald Menschen sich mit Religion befassen, endet es unweigerlich irgendwann in einem Blutvergießen, zumindest habe ich das Gefühl. Menschen, zumindest die meisten, scheinen im Glauben lediglich ein weiteres Mittel zu sehen, um, wenn sie es richtig anwenden, zu mehr Macht zu kommen. Steht der Glaube an etwas jedoch für sich, und jeder Mensch ist frei, sich ihm anzunähern oder nicht, wird es meiner Meinung nach nicht dazu kommen, dass sich zwei Menschen für ihren Gott den Schädel einschlagen.
Dies ist lediglich meine Meinung und ich persönlich halte sie für recht vernünftig. Ich will hier niemandem seinen Glauben schlecht reden, aber liegt es nicht JEDER Religion fern, andere Menschen abzuschlachten? Kein Gläubiger kann mir erzählen, dass er es gut findet, was alles im Namen Gottes oder Allahs getan wird. Sollten diese Herren existieren, wären sie mit Sicherheit bereits hinabgestiegen und hätten den Trotteln ordentlich den Arsch versohlt.
Nun ja, diese Diskussion ist, wie ich schon sagte, zum Scheitern verurteilt. Und zwar, weil jeder über so etwas schon einmal nachgedacht hat und dann zu dem logischen Schluss kam, dass es sich leider nicht ändern wird. Dementsprechend muss man einfach irgendwann anfangen über solche Dummheiten hinwegzusehen, das hilft gegen Magengeschwüre.
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10.10.2009 | |||
Sarrazin gegen die SarazenenHach wie schön es doch ist, sich nach längerer Zeit gleich mit etwas so Dreistem zurückmelden zu können. Ich zähle nur mal eben die Schlagworte auf: Sarrazin, Zentralrat, Kopftuch! Und zwar hat sich folgendes zugetragen: Der Herr Sarrazin, seines Zeichens Bundesbank-Chef, nach jahrelanger Abgeordnetentätigkeit in Berlin offenbar der Meinung, sich ein Minimum an Fachwissen erworben zu haben, äußerte folgendes: "Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert." Der Zentralrat der Juden feuerte selbstredend sofort zurück: "Ich habe den Eindruck, dass Sarrazin mit seinem Gedankengut Göring, Goebbels und Hitler große Ehre erweist", sagte der Generalsekretär des Zentralrates, Stephan Kramer. "Er steht in geistiger Reihe mit den Herren." Jetzt stellen sich mir zwei Fragen. 1. Wieso äußert sich der Zentralrat der Juden? Hat Sarrazin erwähnt, dass er die Juden für die neuen Islamisten hält? Tragen jüdische Frauen Kopftücher? Sind wir jetzt alle auf einmal Hitler? Übereifrig, Freund Kramer, und deshalb ziemlich peinlich. 2. Hat Sarrazin die Meinungsfreiheit überstrapaziert? Auf jeden Fall. Der letzte Part über die Koitusgewohnheiten kopftuchaffiner Ausländer hätte gerne gestrichen werden können. Bloß, weil man seine Meinung sagt muss niemand gleich beleidigend werden. Aber dieses Beispiel zeigt meiner Meinung nach sehr schön, wie es um die Toleranz in Deutschland bestellt ist: Die einen sind frustriert, weil die Politiker nicht mehr die Eier in der Hose haben, um zu sagen "Sorry Leute, aber hier lebt ihr auch nur von HARTZ und Platz haben wir auch nicht wirklich, also geht woanders hin" und lassen sich zu solchen Äußerungen herab. Die Anderen wittern überall den nächsten Hitler, nur, weil ein Deutscher seine Meinung öffentlich vertritt, was krankerweise heutzutage eine gehörige Portion Mut erfordert. Bin gespannt, ob der Zentralrat mit seinem Füßchen aufgestampft hätte, wenn ein Türke gesagt hätte, dass er Deutsche nicht anerkennt, weil Deutsche soviele lederhosentragende, dicke Asoziale produzieren. Wohl kaum. Nochmal für alle, Toleranz ist nichts Schlimmes, Übertoleranz hilft im Endeffekt aber auch keinem. Wer aus einem fremden Land hierher kommt, hat sich unseren Regeln gemäß zu verhalten, ohne Einschränkungen, aber auch nicht mit Extrawürsten. Wer mit Ausländern in seinem Land nicht leben kann, der hat Pech gehabt. Für mich klingt das fair. | |||
06.08.2009 | |||
Mal nebenbei...Eben erreichte mich die frohe Kunde, dass Sat 1 sich anschickt, MTV und Pro7 vom Thron der beschissenen Dating-Shows zu stoßen. Womit? "Die Promi-Singles"! Wobei man hier unter "Promi" nicht gleich "Promi" verstehen sollte. Dehsiereh Nick und zwei andere ledige Ex-Ferrarifunktionärs- bzw. Profifußballergattinen suchen jetzt den "Einen". Hat ja bisher auch immer gut geklappt. Eine Frage: Was verspricht sich Sat 1 davon? Giulia in Love ist bereits grausig. Warum sollte "Die Promi-Singles" erfolgreich werden, wo doch Desiree Nicks einziger Pluspunkt ist, dass sie jetzt mal länger die Schnauze gehalten hat? Man sollte nicht gerade auf den Zug aufspringen, der nach Eschede unterwegs ist. | |||
06.08.2009 | |||
Pädagogik-OverkillLas vor wenigen Minuten erst einen tollen Artikel im Spiegel-Online (sic!): http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,640720,00.html Herrliche Aussage: Kinder brauchen keine Kneipp-Bäder, keine Sauna und auch sonst nichts, was die Upper-Class mit Erziehung verwechselt. Menschen mit normalem Verstand war das auch vorher schon klar, oder nicht? Ich möchte hier keinerlei Partei ergreifen, da ich das Interview als Ganzes lachhaft finde. Auf Seiten des Spiegels wird eine dämliche, impertinente Frage nach der anderen gestellt, auf Seiten der Kita-Gründerin werden Fakten runtergerattert, die sich im Endeffekt gegenseitig auffressen. Kleines Beispiel: Das dargestellte pädagogische Konzept habe bewiesen, dass Kinder aus "bildungsfernen Schichten", eins meiner Lieblingsworte im 4. Reich, größere Chancen auf Abitur und Studium hätten, wenn sie in eben dieser Art Kita waren. Zuallererst: "Bildungsferne Schichten" ist ein so unsubtil rassistisches Wort, dass man sich fragt, warum nicht gleich alle wieder "Negersippe" sagen. Abgesehen davon kostet dieses großartige pädagogische Konzept 1100 Ocken im Monat. Welche Familie aus einer "bildungsfernen Schicht" sich DAS leisten kann soll mir erstmal einer erklären. Nun zur Interview...erin? Interviewerin? Na, egal. Wer sich mit der Gründerin einer Kita (also höchstwahrscheinlich niemand Interview-Gestähltes) zusammensetzt und tatsächlich hofft, auf Fragen wie "Sie erziehen also die künftige Elite?" eine neutrale, informative Antwort zu bekommen, der schießt sich selbst ins Bein. Mit genau der gleichen zurückhaltenden Art würde man wohl Schäuble fragen, ob er sich nicht mal einen schickeren Rollstuhl besorgen möchte. Langsam aber sicher wird der Spiegel zur neuen Bild. SpiegelBild. Klingt gar nicht schlecht.
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26.07.2009 | |||
Tja......eigentlich wollte ich mich nach der schweren iranischen Kost mal wieder in Ruhe auf Kosten eines klugscheißenden, unbedeutenden Wichtigtuers amüsieren. Namentlich: Keine Ahnung. Ich vergess den immer. Dieser Kerl bei "taff", einer von diesen ominösen "Promi-Experten", der sich letztens wieder über irgendwelche Hollywoodstars ausgelassen hat, die er, wie der Rest der Welt, nur aus dem Fernsehen und der Gala kennt. Wie vor ihm schon Kader Loth, über die wir schmachvoll den Mantel des Schweigens ausbreiten wollen. Ist das nicht peinlich? Kader Loth kenn ich, aber ihn nicht. So wichtig kann der Fatzke also kaum sein. Moment, da fällts mir doch fast wieder ein. Kneißler? Kreisler? Chrysler? Ich glaube Kneißler...irgendwas in der Art auf jeden Fall. Ha, Freundchen, jetzt werd ich dich armen Wurm googeln (oder googlen?) und DANN bist du DRAN! | |||
20.07.2009 | |||
Iran - Das Neue Dritte ReichEs gibt Dinge, die bringen einen dazu, sich herzhaft zu übergeben. Und danach hat man das Gefühl, dass man über belanglose Scheiße schreibt (die hier natürlich auch weiterhin vertreten sein wird), aber jetzt mal ohne Scheiß: Was im Iran passiert könnte gestörter nicht sein. Die Handyvideos kennt man ja mittlerweile über den Channel von Youtube, andere Meldungen von perversem Ausmaß von http://freeirannow.wordpress.com/. Jetzt habe ich indirekt ein paar schöne neue Fakten gehört/gelesen, als da wären: Es gibt im Iran keine Kühlhäuser für die Leichen mehr. Alles ist voll. Hunderte Leichen baumeln mittlerweile in den Kühlräumen von Supermärkten! Eine alte Frau stand 20 Tage lang jeden Tag vorm Gefängnis, um zu erfahren, wie es ihrem Sohn geht. Am 21. Tag erklärt man ihr dann endlich, dass ihr Sohn bereits am 1. Tag tot war. In einer Dokumentation erklärt jemand, wie es abläuft, wenn eine Frau zum Tode verurteilt wird. Ist sie nicht verheiratet wird davon ausgegangen, dass sie Jungfrau ist. Problem: Jungfrauen dürfen nicht hingerichtet werden. Lösung: Am Tag vor der Hinrichtung wird sie mit einem Gefängnismitarbeiter verheiratet, der vergewaltigt sie und dann wird sie hingerichtet. Soll ja auch alles seine Richtigkeit haben. Viele Frauen bringen sich vor ihrer Hinrichtung um. Das Alles hat längst nichts mehr mit Religion zu tun. Nicht, dass der Islam (wie alle anderen Religionen) nicht genügend Gründe für Grausamkeit liefern würde, aber im Moment zeigt sich, dass die iranische Regierung in die Ecke gedrängt wird und reagiert wie ein wildes Tier. Hier wird um jeden Preis der Status Quo gewahrt, voller Angst, dass das Jahrtausende alte Regime durch etwas Neues abgelöst wird und auf einmal Frauen Rechte haben, westliche Ideen die Überhand gewinnen und (echte) Demokratie Fuß fasst. Reine staatliche Willkür. Drittes Reich. Und wenn irgendwann eine von den Großmachten sich "erbarmt" und gewaltsam einmarschiert werden wir mit Sicherheit neue Vernichtungslager finden. Und wie damals wird jeder sagen "Davon wussten wir nichts." Als sähe man Ahmadinedschad nicht an, dass er ein größenwahnsinniger Psychopath ist, der, wenn man ihn lange genug lässt, noch viel unaussprechlichere Dinge veranlassen wird. Das lasse ich jetzt mal so stehen.
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17.07.2009 | |||
Giulia in Love: Die ÜbersichtAsche auf mein Haupt, ich bin gestern versackt. An alle Leser (sofern ich welche habe) hier meine Entschuldigung. Dies sollte euch nicht vorenthalten werden. Sprechen wir stattdessen von 12 Stunden mehr Zeit, um die in den Zeilen komprimierte Verachtung zu optimieren. Die Übersicht der Kandidaten liest sich wie ein Who's Who der am stärksten Zurückgebliebenen der deutschen Mittelschicht. Aus purer Gutmütigkeit werde ich die Kandidaten die bereits ausgeschieden sind, nicht zusätzlich mit Hohn überschütten, von dem sie seit ihrer Teilnahme zweifellos genug haben. Fangen wir also an:
Dieses Prachtstück von einem Kiezgröße-Imitatoren hört auf den sexy Namen Hartmut. 43 Jahre alt, mehrere Oldtimer und Sportgeschäfte schwer, bringt er alles mit, was sich eine depperte Scheinberühmtheit wünscht. Mein persönliches Lieblingszitat seinerseits: "Mit R. Kelly habe ich schon einmal unter der Dusche gestanden. Als er dann gesungen hat, habe ich Gänsehaut bekommen." Alles klar, Scheff.
"Giulia muss erkennen, dass ich ihr Traummann bin", so dieses biedere halbe Hemd namens Manfred selbstbewusst. Der Versicherungskaufmann spielt Tennis und Karten, wenn er sich wie ein ganzer Kerl fühlen will, spielt er auch mal Selbstverteidigung. Er ist stark beschäftigt mit seinem Betrieb, in dem er oftmals 70-90 Stunden pro Woche abackert. Ganz ehrlich: Bei dem Arbeitspensum wär mir auch egal, welche Alte Zuhause auf mich wartet...
Wer mit der ganzen mimischen Bandbreite eines Milchbrötchens in einem Trikot auftritt, der kann eigentlich nur Profisportler sein. Falsch: Dieser junge Mann namens Benjamin verfügt zwar über den Sixpack und die erforderlichen zwei Gehirnzellen, ist nur leider wesentlich knapper bei Kasse als der herkömmliche Fuß- oder Handballstar. Er wäre gerne so einer, ist jedoch nur Trainer einer Jugendmannschaft (aber dafür auch gleich die A-Jugend - was für eine Karrieresau). "Wenn meine Frau mehr als eine halbe Stunde bei einem anderen Mann steht, werde ich eifersüchtig.", liest man auf seiner Profilseite. Ein äußerst niedliches Statement, bedenkt man, dass das "Küken" unter den "Männern" bisher nur durch weinerliches Getue auf sich aufmerksam machte.
Alessandro sein Name, Medienberater seine schwammige Berufsbezeichnung, "Von Allem ein bisschen können" sein angebliches Talent. Dafür kann er nichts richtig gut. Geil. Er ist angeblich von Giulias "interessanter Persönlichkeit" beeindruckt, die er wohl an einem Ort gefunden haben muss, an dem ich nie gesucht habe. "Ich habe das perfekte Rundumpaket! Ich bin Charmeur, aber auch ein kleines Arschloch. Frauen mögen es nicht, wenn Mann zu lieb ist." Frauenversteher auch noch, was?
Der Marcus, ein bekennender Nudist, ist bisher der Einzige, der mir sympathisch ist, und das aufgrund folgenden Bekenntnisses: "An Giulia gefällt mir vor allem ihr überragendes äußeres Erscheinungsbild." Ich wusste es! Es konnte weder die Intelligenz, noch der Charakter sein. Endlich mal einer, der genug Eier zur Wahrheit hat. Wörtlich übersetzt: Ich find die geil. Punkt.
Wow, was für ein Kerl! Philipp ist Soldat auf Zeit, im tiefsten Herzen aber bereits dabei, den Malerbetrieb von Daddy zu übernehmen. Pikant die Aussage: "Meine Partnerin muss optisch mit mir harmonieren, bei der Giulia passt es einfach." Ein fragwürdiges Kompliment von einem Mann der gebaut ist wie eine U-Bahn. Da haben wir ihn, den letzten "Romeo". Ich konnte mich erst nicht für ein Photo entscheiden, er sah auf allen gleich bescheuert aus. Gesegnet mit einem übertriebenen Rededrang, gefühlten 50 Kilo Hüftgold und der wahnhaften Vorstellung, singen zu können, hat er sich sofort in Giulias Herz genervt. Und auch in meins. Ich gebs zu, im Gegensatz zu diesen anderen Witzfiguren ist er wenigstens noch irgendwie unterhaltsam. Auf eine pervertierte, nicht unterhaltsame Weise. Liebe Giulia, wenn das die Lösung des Problems sein soll, würde ich das Problem zurückverlangen. | |||